"Garten-Salat, gemeiner Salat, Lattich, Latsche, Laktuk, Schmalzkraut.
Blühet im August.
Wenn gleich die Lactuca sativa schon den Griechen bekannt war, so ist doch bis jetzt noch ihr Vaterland unbekannt. Schon in ältern Zeiten kannte man ihre schlafmachende Eigenschaft, daher auch die Römer ihre Abendmahlzeiten durch Salat von Lactuca sativa zu beschließen pflegten; und Galen, der im Alter von schlaflosen Nächten geplagt wurde, verschaffe sich dadurch Ruhe, dafs er Abends diesen Salat genoss. Man rühmte auch ihre Heilkräfte bey Verstopfung der Eingeweide und gegen die Hypochondrie. Ehedem fand man in den Apotheken das Kraut und den Samen, Herba et Semen Lactucae , und letzterer wurde mit zu den vier kühlenden Samen, Semina quatuor frigida minora, genommen. Jetzt ist der Gebrauch der Lactuca sativa von neuem in Anregung gekommen, aber jedoch nur der in ihr enthaltene Milchsaft. Cox in Philadelphia und Dunkan in Edinburg, beide ausübende Ärzte, wendeten den eingedickten Milchsaft statt des Opiums an, und letzterer fand, dass derselbe da mit gutem Erfolg gegeben wurde, wo die Kranken das Opium nicht ohne nachtheilige Zufälle vertragen konnten."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)