"[IV.86. - Glaskraut] - Parietaria diffusa oder judaica
Die Helxine - Einige nennen sie Parthenion, Andere Sideritis, Herakleia,
Asyria, Hygieine agria, Klibadion, Polyonymon - wächst an Mauern und
Wänden. Es hat zarte röthliche Stengel, Blätter wie das Bingelkraut, rauh,
um die Stengel herum eine Art kleiner rauher Samen, welche den Kleidern
anhaften. Die Blätter haben kühlende, adstringirende Wirkung, daher heilen
sie als Umschlag Rose, Geschwülste, Brandwunden, beginnende Drüsenverhärtungen an Scham und Achseln, sowie jegliche Entzündungen und
Oedeme. Ihr Saft mit Bleiweiss gemischt hilft als Salbe bei Rose und
kriechenden Geschwüren, in kyprische Wachssalbe oder Bocksfett aufgenommen gegen Podagra. Ferner hilft der Saft, etwa 1 Becher voll geschlürft, bei chronischem Husten, ebenso ist er heilsam bei entzündeten
Mandeln als Gurgelmittel oder als Salbe. Mit Rosenöl eingetröpfelt lindert
er Ohrenschmerzen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)