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"[IV.20. - Siegwurz] - Gladiolus communis mit der Abart segetum (Iridaceae) - Siegwurz
Das Xiphion - Einige nennen es Phasganon, Andere Machaironion, Anaktorion, Arion, die Römer Gladiolus, auch Segetalis - Nach der Gestalt des Blattes heisst es Xiphion, es gleielit nämlich der Schwertlilie, nur ist es grösser, schmaler und zugespitzt wie ein Messer, dabei nervig. Es treibt einen ellenlangen Stengel mit purpurfarbigen Blüthen, welche zeilenweise geordnet sind, eine runde Frucht und zwei Wurzeln, und zwar sitzt die eine auf der anderen, von der Form kleiner Zwiebeln. Von diesen ist die untere hager, die obere kräftiger. Es wächst vorzugsweise auf Aeckern. Die obere Wurzel hat die Kraft, mit Wein und Weihrauch als Umschlag Splitter und Dornen auszuziehen, mit Taumellolchmehl und Honigmeth vertheilt sie verhärtete Drüsen der Schamgegend, daher wird sie solchen Zwecken dienenden Pflastern zugegetzt. Im Zäpfchen eingelegt befördert sie die Katamenien. Man sagt auch, dass die obere Wurzel, mit Wein als Zäpfchen angewandt, den Geschlechtstrieb anrege, die untere Unfruchtbarkeit bewirke; auch werde Kindern bei Darmbruch mit Erfolg die obere Wurzel im Trank mit Wasser gegeben."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)