"Eines der bekanntesten Gewächse ist die gemeine Kresse, Lepidium sativum L. deren wahres Vaterland vor noch nicht langer Zeit erst gehörig ausgemittelt wurde, obgleich Xenophon , Strabo und Cicero bereits bemerkt hatten , dass die alten Perser zu ihrem Brode nichts weiter als Kresse aßen; und siehe da, Olivier fand die Kresse in Persien wild; man darf sie daher noch an andern Orten erwarten; denn Julius Pollux lobt die milesische als die vorzüglichste; Dioscorides und Plinius rühmen die babylonische. Sibtborp fand sie auf Cypern.
Die Hippokratiker bemerken im Allgemeinen , die Kresse sey erhitzend und zehre, sie stille die Schleimflüsse und erzeuge Beschwerden beim Harnlassen . Man gab die Kresse zur Beförderung des Auswurfs ,) den gerösteten Samen bei gastrischem Typhus mit Wein , bei Schleimflüssen . Bei der Bräune goss man Essig auf Kresse, Dosten und Natron, wovon man die Dämpfe einathmen ließ; gegen Räuden bediente man sich der Kresse mit Schwefel , bei Geschwüren mischte man sie den Breiumschlägen zu."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)