"[II.160. - Knorpelsalat] - Chondrilla juncea (Compositae) - Knorpelsalat, Chondrilla ramosissima (Compositae)
Der Knorpelsalat; Einige nennen auch diesen Cichorie oder Seris. Er hat Blätter, Stengel und Blüten wie die Cichorie, deshalb halten ihn auch Einige für eine Art wilder Seris; er ist aber im Ganzen zarter, selbst an den feinen Zweigen aber findet sich ein mastixähnliches Gummi von Bohnen- grösse, welches, mit Myrrhe fein gerieben und in der Grösse einer wilden Olive in Leinen als Zäpfchen eingelegt, die Menstruation befördert. Das Kraut mit der Wurzel wird gestoßen und unter Zusatz von Honig zu kleinen Kugeln geformt, welche dann zerlassen und mit Natron vermischt weiße Hautflecken entfernen. Das Gummi verklebt auch die Haare; ebenso wird die frische Wurzel zu demselben Zwecke gebraucht, indem eine Nadel in dieselbe getaucht und an die Haare gebracht wird. Mit Wein getrunken hilft sie auch gegen Vipernbiss. Ihr Saft, mit Wein gekocht und getrunken und auch für sich allein, stellt den Durchfall. Es gibt aber auch eine zweite Art Knorpelsalat, sie hat ein rings herum angefressenes langes und über den Boden ausgebreitetes Blatt, einen saftigen Stengel, eine zarte, zugespitzte, leichte, runde, gelbliche, saftreiche Wurzel. Der Stengel und die Wurzel haben eine die Verdauung befördernde Kraft. Der Saft eignet sich zum Verkleben der Augenwimpern. Die Pflanze wächst auf gutem und gebautem Boden."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)