Ginster m, Genista, von Westeuropa über das Mittelmeergebiet bis nach Vorderasien verbreitete Gattung der Hülsenfrüchtler mit ca. 90 strauchigen, gelb blühenden Arten.
In Mitteleuropa heimisch sind: Deutscher Ginster (Genista germanica), ein kleiner Strauch mit lanzettlichen Blättern, dichten, endständigen Blütentrauben und behaarten Hülsen, dessen ältere Zweige im Alter dornig und blattlos sind (Versauerungszeiger, der vor allem in Heidesäumen vorkommt; Charakterart des Genisto germanico-Callunetum).
Englischer Ginster (Genista anglica), mit gefiederten, blaugrünen Blättern an dornigen Zweigen, lockeren Blütentrauben und kahlen Hülsen (atlantische Pflanze auf kalkarmen Sandböden; Charakterart des nordwestdeutschen Genisto anglicae-Callunetum [Calluno-Ulicetalia]).
Färber-Ginster (Genista tinctoria) mit rutenförmigen Stengeln, lanzettlichen Blättern und schmalen Nebenblättern sowie in endständigen, reichblütigen Trauben stehenden Blüten (ziemlich häufig in trockenen Magerwiesen und lichten Eichenwäldern von Mittel- und Südeuropa). Alte Färberpflanze, deren gelber Blütenfarbstoff früher zum Färben von Wolle verwendet wurde.
Flügel-Ginster (Genista sagittalis) mit einfachen, behaarten Blättern an geflügelten, unverzweigten, nur etwa 15 cm hohen Stengeln sowie in endständigen, kurzen Trauben stehenden Blüten (wächst in sauren Magerrasen und Magerweiden vor allem mittlerer Gebirgslagen Mittel- und Südeuropas).
Viele reich blühende Ginsterarten werden als Ziersträucher gezogen. Hierzu gehören vor allem der Färber-Ginster, der Heide-Ginster oder Sand-Ginster (Genista pilosa; Bodenzeiger), Genista lydia (ein niederliegender Zwergstrauch) sowie etliche Kulturhybriden. Wegen ihres Alkaloidgehalts (Alkaloide) sind manche Ginsterarten, darunter auch der Färber-Ginster, stark giftig (Giftpflanzen). Hauptwirkstoffe sind die zu den Chinolizidinalkaloiden gehörende und bei den Hülsenfrüchtlern weit verbreiteten Lupinenalkaloide (Anagyrin, Cytisin, Lupanin und Spartein). Durch sie hervorgerufene Vergiftungserscheinungen sind Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Krämpfe, Herzjagen und Halluzinationen, Kreislaufkollaps und Lähmungen bis hin zum Tod durch Atemstillstand.