"[IV.66. - Hornmohn] - Glaucium flavum (Papaveraceae) - Gelber Hornmohn
Mekon Keratitis - Einige nennen ihn Paralion, Andere wilden Mohn, Seemohn [die Römer Pabulum marinum, die Afrikaner Sisimaka] hat weisse, dicht behaarte, denen der Königskerze ähnliche, am Rande gesägte Blätter, wie die des wilden Mohns und einen ähnlichen Stengel. Die Blüthe ist blassgelb, die Frucht lang, gekrümmt wie ein Horn, ähnlich der des Bockshorns, daher auch sein Zuname. Der Same ist klein, schwarz, dem Mohnsamen ähnlich. Die Wurzel kommt aus der Oberfläche des Bodens hervor, ist schwarz und dick. Er wächst am Meere und in rauhen Gegenden. Die Wurzel, in Wasser bis auf die Hälfte eingekocht und getrunken, hat die Kraft, Ischias und Leberleiden zu heilen, ferner denen zu helfen, welche dicken und Spinnengewebe ähnlichen Urin lassen. Der Same aber, ein Essignäpfchen voll mit Honigmeth getrunken, reinigt mässig den Bauch. Die Blätter und Blüthen mit Oel als Kataplasma reissen Schorf ringsum auf; als Salbe vertreiben sie beim Vieh weisse Flecken und Nebel auf den Augen. Einige haben sich durch die Aehnlichkeit der Blätter zu dem Glauben verleiten lassen, dass von dieser Pflanze das Glaukion stamme.[In einem anderen Codex heisst es - Nach dem Essen oder Trinken dieses Mekon Keratitis treten dieselben Erscheinungen auf wie beim Mohnsafte. Man begegnet ihnen auch mit denselben Mitteln. Die Frucht wird im Sommer, wenn sie trocken ist, gesammelt. Die Abkochung der Wurzel wird mit Wein genommen, sie hilft gegen Dysenterie.]"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)