"Nelkenöl: Nelkenöl gibt es in drei verschiedenen Handelsformen: 1) Nelkenblütenöl aus den getrockneten Blütenknospen, 2) Nelkenstielöl aus den als Abfall anfallenden Nelkenstielen, an denen sich die Nelkenknospen befinden, 3) Nelkenblätteröl aus den Blättern des Baumes.
Stammpflanze ist in allen drei Fällen Syzygium aromaticum, ein in tropischen Ländern vorkommender 15-20 m hoch werdender Baum. Dem DAB entsprechendes Nelkenöl darf sowohl von Blütenknospen, als auch von Nelkenstielen oder Laubblättern stammen. Die Droge ist eine klare, gelb bis braun gefärbte Flüssigkeit mit einem stark phenolischen, für Eugenol charakteristischen Geruch (aromatisch-holzig). Das Nelkenblütenöl ist geruchlich feiner als Nelkenstiel- und Nelkenblattöl. Der Geschmack ist brennend.
Nelkenöl dient zur Gewinnung von Eugenol."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Eugenol: Frisch destilliertes Eugenol ist eine farblose Flüssigkeit mit den sensorischen Eigenschaften des Nelkenöls. An der Luft wird es mit der Zeit dunkler. Es besitzt eine in der konservierenden Zahnmedizin ausgenutzte wertvolle Eigenschaft, die darin besteht, dass es mit Zinkoxid angerührt zu einer festen Masse erhärtet, die sich als provisorisches Verschlussmittel für die Überkappung eignet.
Im Vergleich zu einfachem Phenol ist Eugenol in Wasser weniger und in Lipoidlösungsmitteln besser löslich. Seine desinfizierende und lokalanalgetische Wirkung ist stärker, der entzündungserregende bzw. gefäßschädigende Effekt schwächer als der des Phenols."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)