Synonyme: Caryophyllus aromaticus, Eugenia aromatica, E. caryophyllata, E. caryophyllus, Jambosa caryophyllus, Myrtus caryophyllus;
Nelkenbaum
Historisches: Die erste Nachricht über die Gewürznelken und ihre Verwendung in Europa stammt aus der Zeit Kaiser Konstantins, der zwischen 313 und 337 dem Papst Sylvester I. unter anderen Kostbarkeiten auch "Caryophylla" übersandt haben soll. Auch in Rezepturen von Alexander Trallianus aus dem 6. Jh. wird die Droge erwähnt. Die Heilige Hildegard von Bingen führt die Droge als "Nelchin" in ihren Werken. Die Gewürznelken kamen zu dieser Zeit durch die Araber als Zwischenhändler nach Europa. Ihre Herkunft kannte man zunächst nicht, erst um die Mitte des 13. Jh. kam diese Kenntnis nach Mitteleuropa. Die Portugiesen drangen 1511 bis zu den Molukken ("Gewürzinseln") vor, bereits 1605 gingen die Inseln in die Hand der Holländer über und diese schufen ein strenges Monopol, das den Anbau und den Handel umfaßte und das außerordentlich streng überwacht wurde. Erst 1769 gelang es dem französischen Gouverneur der Inseln Reunion und Mauritius, die Nelkenkulturen dort einzuführen. Damit war die Kultivierung von Syzygium-Arten in Afrika nicht mehr aufzuhalten und die Zeit der Großplantagen begann um 1830 in Sansibar, in denen jährlich zwischen 7000 und 9000 Tonnen produziert wurden. Der Gattungsname Syzygium leitet sich vom griechischen syzygia (Verbindung, Verwachsung) ab und bezieht sich auf die miteinander verklebten Kronblätter, die bei der Entfaltung der Blüte als Haube abgeworfen werden. Der frühere Gattungsname Eugenia wurde nach dem Prinzen Eugen von Savoyen benannt, der ein Förderer der Botanik war und auch einen botanischen Garten besaß.
Drogen: 1. Caryophylli aetheroleum (syn. Aetheroleum Caryophylli, Caryophylli floris aetheroleum, Oleum Caryophylli); Nelkenöl.
Inhaltstoffe: Eugenol (60-95 %) vgl. Formel, Acetyleugenol, β-Caryophyllen sowie in Spuren weitere terpenoide Verbindungen; charakteristische Aromastoffe sind weiterhin Heptan-2-on und Octan-2-on.
2. Caryophylli flos (syn. Flores Caryophylli); Gewürznelken, die getrockneten Blütenknospen;
Inhaltstoffe: äther. Öl (15-17 %, Zusammensetzung s. Caryophylli aetheroleum), Acetophenonderivate, Flavonoide, Gerbstoffe und Phenolcarbonsäuren, z.B. Eugeniin; Triterpene, wie Oleanolsäure und Crataegolsäure, ferner β-Sitosterol.
3. Caryophylli fructus (syn. Anthophylli, Fructus Caryophylli); Mutternelken (syn. Königsnelken, Nelkenfrüchte), die nicht völlig ausgereiften Früchte;
Inhaltstoffe: äther. Öl (2-8 %) ähnlich wie Caryophylli flos.