"Calyptranthes caryophyllata (Syzygium caryophyllatum)
"Von Calyptranthes Caryophyllata ist die Rinde in den Arzneyvorrath aufgenommen worden.
Sie heißt Nelkenrinde oder Ne1kenzimmet, Cassia caryophyllata s. Cortex Cassiae
caryophyllatae. Sie ist dünn, nur eine halbe bis drey Viertellinie dick, fast durchaus von gleicher
Farbe, die aus dem Maronenbraun in das Kastanienbraun fällt. Ihre Oberfläche ist außerhalb
flachaderig mit einigen kleinen, flachen Höckern begabt, aber dennoch fast glatt und leuchtend,
innerhalb mehr eben, etwas blasser und matter. Im Quer- und Längenbruch ist sie ziemlich
eben, ohne Splitter und Fasern. Mehrere Rinden sind zwischen einander dicht zusammengerollt,
so, dass sie fußlange, sehr dichte, walzenförmige Stücke von einem Zoll im Durchmesser
und auch noch dicker bilden, die noch deutlich erkennen lassen, dass sie bey ihrer Zubereitung
durch einen schraubenförmig umwickelten dicken Faden zusammengehalten wurden. Dem Geruche
und Geschmacke nach, kommt sie meist mit den Gewürznelken überein, nur zeigen sich
beide etwas schwächer.
Sie besitzt die Kräfte der Gewürznelken, nur in geringerem Grade, und kann daher auch
wie diese angewendet werden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)
"Caryophyllus aromaticus (Syzygium aromaticum)
"Die Gewürznelken, Gewürznäglein, Kreidnelken, Caryophylli s. Caryophylli aromatici
, sind die noch nicht aufgeblüheten Blumen, welche, nachdem sie einige Tage dem Rauche
ausgesetzt und an der Sonne mäßig getrocknet worden sind, eine pechbraune Farbe erhalten haben.
Die, welche man vor dem trocknen mit siedendem Wasser abbrühet, sind blasser von Farbe
und von geringerer Güte. Sie haben die Gestalt eines kleinen Nagels der durch den Fruchtknoten
dargestellt wird, und dessen Kopf von den vier Kelchzipfeln und der vierblättrigen, noch nicht
aufgeschlossnen Blumenkrone, die in Gestalt einer kleinen niedergedrückten Kugel erscheint, gebildet
ist. Gute Gewürznelken müssen von dunkel pechbrauner Farbe seyn , die inwendig ins
Rothe fällt, müssen leicht zerbrechlich, nicht aber leicht zerreiblich seyn, und wenn sie zwischen
den Fingern gedrückt werden, eine öhlige Flüssigkeit von sich geben.
Die Mutternelken, Anthophylli , die reifen Früchte des Gewürznelkenbaums, sind viel
größer als die Gewürznelken und sind auch bauchig; ihr Geruch aber ist schwächer, so wie
auch ihr Geschmack, der etwas ins Säuerliche sich zieht. ...
Die Gewürznelken gehören zu den excitirenden, erhitzenden Gewürzen, die aber selten allein,
gewöhnlich nur als Zusatz zu magenstärkenden und blähungstreibenden Mitteln gegeben werden.
Beym Kauen erregen sie Absonderung des Speichels, weshalb man sie bey Lähmung der Zunge
gebraucht."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)