"Farina Hordei praeparata.
Das präparierte Gerstenmehl, welches auf der Apotheke zu haben, ist ein sehr beliebtes, nicht erhitzendes, dem Salep und Arrowmehl sich anreihendes Nahrungsmittel gegen Schwindsucht und sonstige Auszehrungen, Darrsucht der Kinder. Man nimmt ein bis zwei Esslöffel voll auf ein halbes Maß Milch, setzt diese über Kohlenfeuer, damit sie sich erhitze und, unter stetem Umrühren, zu einem Brei werde, welchem man dann Zucker, auch wohl etwas Zimt, Muskatnuss etc. zusetzt.
So wie in Deutschland der Haferschleim ein beliebtes Fiebergetränk ist, so zieht hier der Engländer und Schotte den Gerstenschleim vor. Man bereitet ihn am besten auf folgende Weise:
Man weicht eine Portion Gerstengraupen in Wasser ein, wäscht und reibt sie mit den Händen ab, um sie vom Mehl zu befreien, schüttet Wasser darauf und lässt sie zwei Stunden kochen, worauf man den dünnen Schleim abgießt, durch Zusatz mit kochendem Wasser auch den Rest verdünnt und durch ein Sieb seiht, und dann etwas Zitronensaft und Zucker zusetzt. — Nach Duden ist dieses Fiebergetränk auch ein gutes Mittel während der Seekrankheit, desgleichen dicker Reis als Speise. "
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)