Phaseolus nanus (Phaseolus vulgaris)
"Der Phaseolus nanus kommt fast in jeder Hinsicht mit dem Phaseolus vulgaris überein; in der Farbe
der Blume, in der Manichfaltigkeit der Gestalt und Farbe der Samen, und selbst der Wuchs, wodurch er
die Namen Staudebohne, Krupbohne, Zwergbohne und mehrere dergleichen erhalten hat, unterscheidet ihn nicht
bestimmt, da er zum öftern sich auch windet, wenn auch nicht so hoch, wie dem Phaseolus vulgaris dies stets
eigen ist, und woher dieser unter andern auch den Namen Stangenbohne erhalten hat. ...
Die Samen des Phaseolus nanus der dem Phaseolus vulgaris so sehr verwandt ist, können, so wie sie
gleich denen des letztem als Nahrungsmittel dienen, auch eben so, wenn man die weißen auswählt, zum
Bohnenmehl, Farina Fabarum , angewendet werden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
Phaseolus vulgaris
"Der Phaseolus vulgaris kommt schon bey dem Theophrast vor, und dass derselben
auch damals schon durch Alexander’s Feldzug nach Griechenland gekommen ist, bezeugt, außer
Theophrast, auch Galen, der zugleich behauptet, dass Diokles von Karystus, ein sehr berühmter
Arzt seinerzeit und Zeitgenossen Theophrast’s, ihn zuerst beschrieben habe,...
Es war also der Phaseolus vulgaris schon in den frühesten Zeiten bekannt, und so ist er denn auch als
Nahrungsmittel sehr weit verbreitet worden. Es giebt eine sehr große Menge Spielarten, die vorzüglich
durch die Samen, in Hinsicht der Größe, Gestalt, Farbe und Zeichnung, sich unterscheiden, und die durch
fortgesetzte Cultur in verschiedenen Gegenden entstanden sind. Diese Menge von Spielarten hat mit ihm auch
der Phaseolus nanus gemein, wodurch er diesem auch oft ähnlich wird; wie er indessen sich dennoch von
ihm unterscheiden lässt, ist bey der Beschreibung desselben angezeigt. Wie er sich von dem Phaseolus multiflorus
unterscheidet, findet sich bey diesem bemerkt.
Die Samen, Sem. Phaseoli, sind in den Arzneyvorrath aufgenommen worden. Man wählt aber unter
denen von jenen Spielarten nur die weißen aus. ... Man benutzt diese Samen, so wie
die von Vicia Faba, zum Bohnenmehl, Farina Fabarum, zu zertheilenden und erweichenden Umschlägen.
Mehr Anwendung wird jedoch von Ihnen in der Küche gemacht, und zwar werden sie sowohl getrocknet
zur Speise genommen, als auch frisch, wenn sie noch jung sind, mit den grünen Hülsen, in welchem Zustande
sie nicht, so wie in jenem, den Magen beschweren oder Blähungen verursachen. Schon zu Galen’s Zeiten
wurden sie grün mit Öhl und Sardellen gegessen, und die Spartaner sollen sie bey ihren Abendmahlzeiten
mit getrockneten Feigen grün als Nachtisch aufgesetzt haben."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)