"Garcinia cambogia (Garcinia gummi-gutta)
"Wenn in die Rinde dieses Baumes Einschnitte gemacht werden, so fließt aus denselben
ein Saft, der, nachem er an der Luft erhärtet ist, als ein Gummiharz sich zeigt, welches unter
dem Namen Gummi gutt, Gutti s. Gummi Guttae, bekannt ist, und zwar wird das von der
Garcinia Cambogia kommende auch noch Gutta Gamba und Gummi Guttae zeylanicum
genannt. Es ist die schlechtere Sorte, die aber gewöhnlich nur zu uns kommt. Wir erhalten
sie in Kuchen oder dicken Stangen, die als eine undurchsichtige, harte, spröde, im Bruche
glänzende, saffrangelbe , beym Befeuchten blassgelb werdende, geruchlose Masse sich zeigt,
welche anfangs keinen Reiz auf die Geschmacknerven hervorbringt, aber bald darauf als scharf
sich äußert und Trockenheit im Munde zurücklässt. Das Gummigutt lässt durch Hitze sich
nicht schmelzen, am Lichte aber entzünden. Vom Wasser wird es nicht vollkommen gelöst,
es giebt mit demselben nur eine gelb-milchige Flüssigkeit. Weingeist löst nach Hagen vier
Fünftel auf und der Rückstand zeigt sich als Gummi, womit auch Braconot’s
Erfahrung übereinstimmt, der es in vier Fünftel Harz und ein Fünftel Gummi zerlegte.
Das Gummigutt gehört zu den scharfen Arzneymitteln , und zwar zu den sehr drastischen
Purgiermitteln, da es zu zehn Gran gegeben, schon sehr heftige Wirkungen hervorbringt.
Wenn man daher mit Recht seinen Gebrauch jetzt eingeschränkt hat, so lässt es sich dennoch
in kleinen, oft wiederholten Gaben in der Wassersucht mit Sicherheit anwenden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)