Rumex obtusifolius
"Die Wirkung dieser Wurzel, welche ihren Namen der Anwendung als Volksmittel gegen Krätze verdankt und nach
Vogt zu den sogenannten auflösenden Adstringentien gehört, wurde im hohen Alterthum mehr gepriesen als jetzt.
Man gebrauchte sie gegen chronische Hautkrankheiten. Aretaeus empfiehlt sie sogar gegen Elephantiasis und Dioscorides
gegen Lepra. Bei Horatius ist in den Epodis sowohl, wie in den Satyren vom heilsamen Kraute eines wahrscheinlich hierher gehörenden Lapathi die Rede.
In neueren
Zeiten ist dies Mittel, wie Richter erwähnt, in nicht ganz verdiente Vergessenheit
gerathen. Wenn sich allgemeine, scrophulöse Disposition mit hartnäckigen Hautausschlägen verbinden, wird
sie wohl nach ihm vorzugsweise etwas leisten, und zwar im Decoct (1 —2 Unzen zu anderthalb Pfund Colatur in
24 Stunden zu verbrauchen) innerlich und äußerlich (als Waschwasser); bei Unterleibsstockungen und daherrührenden
Gelbsüchten und Wassersüchten würde dagegen der frisch ausgepresste Saft (der überall leicht zu haben wäre)
zu einigen Unzen täglich mit Fleischbrühe oder andern Kräutersäften, die besten Dienste thun. In den französischen
Militair - Pharmacopöen ist auch eine Ptisana Lapathi acuti (Tisane de Racine de Patience) officinell."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)
Rumex oxylapathum (Rumex obtusifolius)
"Da die Frage
nun wirklich nie ganz erledigt werden kann, so ist man überein gekommen, dass die schon von ältern
Pharmakologen empfohlene Rad. Lapathi acuti von verschiedenen Ampferarten, ja selbst von R.
nemorosus und conglomeratus — welche aber wegen ihrer schwachen und holzigen Wurzeln sich
wenig empfehlen (und daher hier auch weiter keine Erörterung finden) — gesammelt werden könne,
dass aber ganz vorzüglich (besonders auch wegen des häufigen Vorkommens) sich R. obtusifolius dazu eigne. Einen der ersten Plätze verdient aber immer unser R. Oxylapathum, dessen Wurzeln
in den Gegenden, wo die Pflanze vorkommt, gewiss mit als Grindwurzel eingesammelt werden. ..."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)