"Teucrium chamaedrys
Dieses Gewächs war schon dem Theophrast und dem Dioscorides bekannt, wenigstens
findet man bey ihnen schon den Nahmen. Man sammelt von dem Teucrium
Chamaedrys das Kraut, Herba Chamaedryos, welches gewürzhaft und bitter ist. Es gehört zu
den excitirenden, schweiß- und harntreibenden, so wie auch zu den stärkenden Mitteln. Man
giebt es im wässerigen Aufgusse bey Wechselfiebern und in der Bleichsucht, vorzüglich aber
wurde es in altern Zeiten bey der Gicht geschätzt. Unter mehreren andern, welche durch Hilfe
dieses Mittels genesen seyn sollen, wurde auch Karl dem Fünften von den Ärzten in Genua ein
mit Wein bereiteter Absud empfohlen, dessen er sich sechzig Tage hinter einander bedienen
musste."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)