"Gemeine Maßliebe, Maßuselen, Zeitlose, Tausendschön, Frühblume, Grasblume, Osterblume, Gänseblume, Angerblümchen, Marienblümchen, Margarethenblümlein, Monatblümlein, Käseblümlein, Gänsekraut, Gichtkraut.
Wächst in ganz Deutschland und fast in allen Ländern Europens auf Angern, Rainen und andern mit, Gras bewachsenen sonnigen Orten. Blühet fast durchs ganze Jahr.
In ältern Zeiten war die Bellis perennis mehr in Gebrauch als jetzt, wo sie wohl nur noch hin und wieder in den Apotheken aufbewahrt wird. Man sammelte sonst das Kraut und die Blumen unter dem Nahmen Herba et Flores Bellidis minoris, letztere wurden jedoch mehr von der in den Gärten gezogenen Pflanze mit purpurfarbiger, gefüllter Blume genommen und als Flores Bellidis hortensis aufbewahrt.
Die ganze Pflanze ist geruchlos und besitzt auch nur einen krautartigen Geschmack, weshalb sie eher zu den Gemüsekräutern, wozu sie auch schon benutzt worden ist, als zu den Heilmitteln gerechnet werden kann. Dennoch hielt man sie in frühem Zeiten für gelinde abführend, auflösend und zertheilend. Man rühmte sie sogar beym Stickflusse und lobte ihre Kraft geronnenes Blut aufzulösen, so wie sie auch als Wundmittel sehr gepriesen wurde.
Die Tineiura Bellidis, welche eine wässrige Infusion der rothen Blumen mit einem Zusatze von Schwefelsäure war, wirkte nur vermöge der letztem."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)