"In mehreren Gegenden Deutschlands, namentlich an einigen Stellen in der Nähe der Donau und des Rheins , wächst eine Tamariske wild. Diejenige aber, von der hier die Rede ist, kommt nur in mehr südlichen Gegenden vor, Linne nannte sie die französische Tamariske, Tamarix gallica, zum Unterschiede von der ersten oder deutschen. — Tournefort fand die letzte auf Delos und die Ebene um Magnesia in Libyen am Gebirge Sipylus fast ganz damit bedeckt . Nach Pausanias wächst sie an den Ufern des Mäander.
Die adstringirenden Eigenschaften dieses Strauches hatten die Alten recht gut bemerkt; die Hippokratiker machten von der Tamariske Einspritzungen zur Heilung des weißen Flusses und gebrauchten dieselbe auch mit andern zusammenziehenden Dingen nebst Bleimitteln, zur Zusammenziehung der Venen. Die Frucht gab man gegen Sterilität.
An mehreren Orten der hippokratischen Schriften wird eine Pflanze bezeichnet, die höchst wahrscheinlich mit der Tamariske einerlei ist. Promala nannten die alten griechischen Dichter die Tamariske , wenn sie anfing zu altern . Die Hippokratiker empfehlen die Pflanze Promalon unter andern mit Wein zur Stillung der Mutterblutflüsse."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)