"Stein-Schildflechte, geschweifte Becherflechte, Steinflechte, Hirnschädelmoos.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen Ländern Europens auf Steinen und an
den Stämmen der Bäume.
Fruchttragend selten, und zwar nur in dichtem Wäldern.
Man gebrauchte, oder empfahl es bey der Epilepsie, bey Blutflüssen, in Durchfällen und in
der Ruhr. In neuern Zeiten bat man sich eben nicht bemühet durch neue Erfahrungen und Untersuchungen
die gepriesenen Kräfte prüfen zu wollen, da man im Allgemeinen die Bestandtheile
der Flechten kennt und folglich auch auf ihre Heilkräfte schließen kann; und der Standort, dem
man sonst vielleicht einen wunderkräftigen Einfluss zutrauete, kommt jetzt nicht mehr in Betracht.
Es wurde auch in ältern Zeiten mit zu der sogenannten Waffensalbe, Unguentum armarium,
genommen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)