"Balsamita (Tanacetum Balsamita). Das Balsamkraut
ist mehr warm als kalt. Wenn Jemand durch vieles Denken wirr
im Kopfe geworden ist, so koche er Balsamkraut und dreimal so
viel Fenchel und trinke das abgekühlte Decoct häufig. Dabei geniesse
er nur delicate und leichte Speise, meide Wein und Wasser,
trinke aber Bier und halte den Kopf bedeckt. Wer Gift genossen
hat, stosse gleiche Theile Balsamkraut, Raute und Pandonia zu
Saft, gebe zweimal so viel Abführtrank hinzu und trinke dies
nüchtern. Dann geniesse er noch einen Honigtrank und das Gift
wird durch Erbrechen oder durch Stuhlgang entfernt. Gegen Läuse
dient eine Salbe aus Balsamita und altem Fett. Entstehender Aussatz
wird ferngehalten durch ein Decoct von Balsamkraut mit viel
Fett. Gegen Tertianfieber wird Folgendes verordnet: Man koche
gleiche Theile Balsamkraut und grossen Huflattich und dreimal so
viel als diese beiden. Rettich in Wein, gebe zur Colatur Gewürznelken
und doppelt, so viel Ingwer, mache einen klaren Trank
daraus und lasse diesen bei Eintritt des Fiebers und die folgenden
neun Tage trinken."
(Hildegard von Bingen: Physica (Liber simplicis medicinae), 1150 - 1160)