"[IV.134. - Frauenhaar] - Adiantum capillus veneris (Polypodiaceae) - Frauenhaar
Das Adianton - Einige nennen es Polytrichon, Andere Kallitrichon, Trichomanes,Ebenotrichon [Argion, Wasserkoriander, die Aegypter Epier, die Römer Cincinalis, Terrae capillus, Supercilium terrae, die Dakier Phithophthethela] - hat denen des Korianders ähnliche, an der Spitze eingeschnittene Blättchen, kleine schwarze, sehr zarte, spannenlange, glänzende Zweige. Es treibt weder Stengel, noch Blüthe, noch Frucht. Die Wurzel ist nutzlos. Die Abkochung des Krautes als Trank hat die Kraft, bei Asthma, Engbrüstigkeit, Gelbsucht, Pilzkrankheit und Harnverhaltung zu helfen. Sie zertrümmert ferner den Stein, stellt den Durchfall und hilft gegen den Biss giftiger Thiere, mit Wein getrunken auch bei Magenfluss. Sie befördert die Menstruation und die Reinigung der Wöchnerinnen, auch hemmt sie Blutauswurf. Roh wird es (das Adianton) als Umschlag, bei Bissen giftiger Tliiere benutzt, befördert nach der Fuchskrankheit den Haarwuchs und vertheilt Drüsen am Halse. Mit Lauge vertreibt es Schorf und bösen Grind, mit Ladanum, Myrrhensalbe, Hysop und Wein hält es den Ausfall der Haare auf, ebenso die Abkochung desselben mit Lauge und Wein aufgestrichen. Unter das Futter gemischt macht es die Hähne und Wachteln kampflustiger. Zum Gedeihen der Schafe wird es auch an die Schafställe gepflanzt. Es wächst an schattigen Orten, an feuchten Mauern und bei Quellen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)