"Betäubender Wegetritt, Flöhsamenwegerich, Flöhkraut, welsches Flöhkraut, Psyllienkraut.
Wächst im südlichen Europa unter den Saaten.
Blühet im Junius und Julius.
Nach Linne soll von der Plantago Psyllium der Same, der unter dem Nahmen Pflöhsamen,
Semen Psyllii, aufbewahret wird, gesammelt werden, nach Bergius und Haller hingegen
von der Plantago Cynops.
Der Same besitzt einige Schärfe und ist sehr reich an Schleim. Ein Theil des Samens mit
vierzig Theilen Wassers geschüttelt macht dasselbe so schleimig, das es dem Eyweiß gleicht.
Die Alten gebrauchten ihn zum Purgiren, aber nur in einer Lattwerge, die zugleich wirksamere
Mittel enthielt. Die Ägypter bereiten aus ihm mit Gerstenwasser und Kandiszucker einen
Schleim, den sie bey Gallen- und Entzündungsfiebern, so wie auch bey hitzigen Brustfiebern, geben.
Ferner, des mit Rosenwasser bereiteten Schleimes bedienen sie sich bey Durchfällen, galligen
Rühren und auch äußerlich bey Entzündungen. Bey uns wird dieser Same nur selten gebraucht,
und, wenn es geschieht, so ist es der aus ihm bereitete Schleim, den man wie andere
Schleime innerlich als einhüllendes, erweichendes und erschlaffendes Mittel giebt, so wie auch
äußerlich bey Augenentzündungen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)