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"[IV.70. - Flohkraut] - Plantago psyllium (Plantaginaceae) - Flohsamenwegerich
Das Psyllion [Einige nennen es Kataphysis, Andere Kynokephalion, Kynomyna, Krystallion, Psylleris, Sikeliotkon, die Sicilier Konidiis, die Römer Silvacium, Herba Pulicaria, die Afrikaner Vargugum] hat ein Blatt wie der niedrige Schotenklee, aber rauh und grösser, spannenlange Zweige, und die ganze Pßanze ist grasartig. Von der Mitte des Stengels aus erhebt sich sein Blüthenstand, welcher aus zwei oder drei an der Spitze abgerundeten Köpfchen bestellt, in diesen befindet sich der flohähnliche, schwarze, harte Same. Es wächst auf Aeckern und Oedland. Er (der Same) hat eine kühlende Kraft; mit Rosenöl, Essig oder Wasser als Umschlag hilft er bei Gicht, Drüsen neben den Ohren, Geschwüsten, Oedemen, Verrenkungen und Kopfleiden; Darm- und Nabelbrüche bei Kindern heilt er als Kataplasma mit Essig. Man muas ein Essignäpfchen voll stossen und in 2 Kotylen Wasser maceriren und, wenn das Wasser dick geworden ist, aufstreichen; denn er kühlt sehr.[Wenn es (das Kraut) in kochendes Wasser geworfen wird, setzt es die Wärme herab. Es wirkt auch heilsam bei Rose. Man sagt aber, dass, wenn es frisch ins Haus gebracht wird, es dort Flöhe nicht aufkommen lässt. Zerstossen mit Fett reinigt es schmutzige und bösartige Geschwüre. Der Saft mit Honig hilft bei Ohrenfluss und Würmern in den Ohren."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)