"Digitonin: Digitonin bedeutet zweierlei: einerseits bezeichnet es einen chemisch definierten Stoff, sodann verschieden zusammengesetzte Handelsprodukte, von denen das Digitonin oftmals nur 40% ausmacht. Handelspräparate stellen sehr schön auskristallisierte Produkte dar. Ausgangsprodukt zur Gewinnung sind die Blätter von Digitalis purpurea."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Digitalis purpurea und Purpureaglykoside: Der Rote Fingerhut ist eine zwei- bis mehrjährige Staude, die im ersten Jahr eine mächtige Blattrosette ausbildet. Sie ist in Westeuropa bis zum westlichen Mitteleuropa beheimatet. Die Arzneibücher erlauben die Verwendung von Blättern sowohl der einjährigen als auch der zweijährigen Pflanze (Rosetten- und Stängelblätter).
Das Ausgangsmaterial für die Droge sind die getrockneten Blättern. Sie enthalten mind. 3% Gesamt-Cardenolidglykoside bezogen auf Digitoxin und haben einen sehr schwachen, charakteristischen Geruch und einen bitteren Geschmack. Bisher wurden an die 30 Cardenolidglykoside isoliert, u.a. Digitoxin und Gitoxin. Galenische Zubereitungen, wie die Tinktur oder das Infus, werden so gut wie nicht mehr verwendet. "
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Gitoxin und Pengitoxin: Gitoxin ist deshalb ein therapeutisch interessantes Glykosid, weil seine zentrale Toxizität gering ist, sodass bei der therapeutischen Anwendung weniger mit dem Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen von seiten des ZNS zu rechnen ist. Die Löslichkeit in Wasser ist allerdings noch geringer als die des Digitoxins, zugleich ist auch die Lipoidlöslichkeit gering. Folglich ist auch die Resorptionsquote außerordentlich niedrig.
Durch Acetylierung des Gitoxins zu Pengitoxin steigt die Wasserlösölichkeit um das Vierfache, die Lipidlöslichkeit um das Zwanzigfache, wodurch die Bioverfügbarkeit verbessert wird. Die kardiotonische Wirkung bleibt erhalten."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)