Synonyme: Digitalis speciosa, D. thapsi;
Fingerhut, Fingerkraut, Fuchskraut, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglöckchen, Waldschelle

Historisches: Die früheste Nachricht über die medizinische Verwendung des Roten Fingerhutes stammt aus irischen Quellen. Irische Mönche haben die Kenntnisse dann über Schottland und England in ganz Mitteleuropa verbreitet. Die Anwendung der Droge geht auf eine Rezeptsammlung zurück, die im Jahre 500 beginnt und bis 1200 weitergeführt wurde. Dabei wurde Digitalis purpurea bei Geschwülsten des Unterleibs, bei Geschwüren, Kopfschmerzen, Abszessen und Lähmungen empfohlen. Die moderne Digitalistherapie bei Herzinsuffizienz geht auf den englischen Arzt William Withering zurück, der 1786 einen Bericht über die erfolgreiche Behandlung von Wassersucht mit Digitalis purpurea publizierte. Der Name Digitalis wurde 1542 durch Leonhard Fuchs in die Literatur eingeführt. Die Droge wurde danach volksheilkundlich bei schlecht heilenden Wunden und Geschwüren eingesetzt.

Drogen: Digitalis purpureae folium (syn. Folia Digitalis purpureae); Digitalis-purpurea-Blätter (syn. Digitalisblätter, Fingerhutblätter), die getrockneten Blätter. Die Droge ist giftig!
Inhaltstoffe: Cardenolidglykoside (bis ca. 0,6 %, ca. 30 Vertreter, v.a. Purpureaglykoside A und B, Digitoxin, Gitoxin, Gitaloxin, Verodoxin mit den Aglyka Digitoxigenin, Gitoxigenin und Gitaloxigenin; als Zuckerkomponenten treten Glucose, Digitalose und Digitoxose auf), Digitanolglykoside, u.a. Digipurpurin, Steroidsaponine (ca. 1 %, v.a. Desgalactotigonin, Digatonin, Digitonin, Purpureagitosid und Tigonin).