"Rother Fingerhut, purpurfarbiger Fingerhut, Fingerhutskraut, Waldglöcklein, Waldschelle.
Wächst in der Schweiz, in Österreich, Schlesien, Bayern, Sachsen, in der Pfalz, auf dem Harze und in andern Gegenden Deutschlands, so wie in mehreren südlichen Ländern Europens, auf waldigen Bergen.
Blühet vom Junius bis in den August.
Die Digitalis purpurea besitzt keinen merklichen Geruch, aber einen bittern ekelhaften, etwas scharfen Geschmack. Im frischen Zustande enthält sie den scharfen Grundstoff in so reichlichem Maße, daß sie mit an den scharfen Pflanzen gerechnet werden muß. Einige sind der Meynung, daß sie auch den betäubenden Grundstoff enthalten soll. In größern Gaben erregt sie Uebelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Dunkelwerden der Augen, oder macht daß die Gegenstände mit andern Farben erscheinen.
Ehedem wurde sie nur äußerlich gegen scrophulöse Geschwülste angewendet."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)