"[III.127. - Hemerokallis]
Die Hemerokallis (Einige nennen sie Hemerokatalaktos, Andere wilde
Lilie,Krinanthemon, Porphyranthes, Blutzwiebel, Antikantharon, die
Aegypter Iokroi, die Römer Zwiebel, Feldlilie, Seelilie, die Afrikaner
Abiblabon] hat Blätter und einen Stengel wie die Lilie, aber grün wie
Porree, an jedem Nebenzweige desselben drei bis vier Blüthen, in den
Einschnitten der Lilie ähnlich, wenn sie sich zu öffnen beginnt, und von
hochgelber Farbe. Sie hat eine einer ansehnlich grossen Zwiebel ähnliche Wurzel; wird diese fein zerstossen und getrunken, auch mit Honig
in Wolle als Zäpfchen eingelegt, so führt sie Wasser und Blut ab. Die
fein geriebenen Blätter als Umschlag beänftigen die von der Geburt
herrührenden Entzündungen der Brüste und die der Augen. Die Wurzel
und die Blätter worden auch bei Feuerbrandwunden mit Erfolg aufgelegt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)