"Scharfes Sedum, Mauerpfeffer, Steinpfeffer, Niesekraut, scharfes Katzenträublein, kleine Hauswurz, scharfes Knorpelkraut, Blattlos.
Wächst in ganz Deutschland und in den mehresten Ländern Europens auf Mauern, steinigen Gegnden und dürren, unfruchtbaren Feldern.
Blühet im Junius und Julius.
Das Sedum acre ist völlig geruchlos, besitzt aber einen wachsend scharfen, brennenden Geschmack. Zuweilen habe ich es jedoch auch ohne alle Schärfe gefunden.
Herr Zschorn, Kreiswunderarzt zu Bauske in Kurland, erzählt, daß ein dortiger Waldförster das vor dem Blühen eingesammelte, schnell getrocknete und gepülverte Sedum acre Morgens und Abends in steigender Gabe von fünfzehn Gran bis höchstens zu einer halben Drachme bey mehreren Personen mit Nutzen wider die Epilepsie angewandt habe, so, daß bey fortgesetztem Gebrauche (wobey anfangs Erbrechen und auch wohl Laxieren erfolge) schon nach einigen Wochen das Uebel gehoben worden sey. Er selbst habe zwar nicht Gelegenheit gehabt, genaue Beobachtungen anstellen zu können; jedoch sey es ihm bey zweyen gelungen, durch die eben angezeigte Art des Gebrauchs, die Epilepsie zu heben, wobey er aber der Entfernung wegen nicht genau habe beobachten können."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)
"Sechseckiges Sedum, gelinder Mauerpfeffer, Knörpel, Katzenträublein ohne Schärfe.
Wächst fast in ganz Deutschland und in den nördlichen Ländern Europens auf dürren, unfruchtbaren Feldern und rauhen, der Sonne ausgesetzten Gegenden.
Blühet im Julius und August."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)