"Mauerpfefferfetthenne, Sedum acre, L. mit eirundlichen, mit dem Grunde angewachsenen, ungestielten, höckerigen, ziemlich aufrechten, wechselweise stehenden Blättern, und dreispaltigem Blumenafterschirme, ein auf Mauern und andern steinichtdürren Stellen wohnendes, perennirendes, etliche Zoll hohes Kraut, welches im Juny und July gelb blüht.
Das frische Kraut (Hb. Sedi acris, Sedi minoris acris, Sedi minimi, Vermicularis) enthält in Menge einen sehr scharfen, die äußere Haut entzündenden, Blasen ziehenden, auf der Zunge äusserst beißenden Saft, welcher als harntreibendes und antiskorbutisches Mittel innerlich, so wie in faulen Geschwüren äußerlich wirksame Dienste geleistet hat. Als Brech- und Purgiermittel und gegen Wechselfieber ihn in Menge einzunehmen, ist ein nicht nachzuahmendes Hausmittel.
Es läßt sich, aufgehangen, viele Monate frisch und saftig erhalten. Getrocknet aber ist es kraftlos."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)

"Sechskantfetthenne, Sedum sexangulare, L. mit ziemlich eiförmigen, mit dem Grunde fast angewachsenen, konvexen, etwas aufrecht, wechselweise, und auf sechs Seiten dachziegelförmig übereinander stehenden Blättern, ein perennirendes Kräutchen auf dürren, sonnichten Hügeln, welches keinen beißenden, sondern einen kühlenden, säuerlichen Geschmack besitzt, und von vielen Apothekern ehedem unter dem Nahmen Sedum minus statt der Mauerpfefferfetthenne (w.s.) gesammelt und ausgegeben worden ist. Beide haben im Aeussern viel Aehnlichkeit mit einander."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)