Von beiden Fenchel-Varietäten werden die reifen Früchte (Foeniculi amari fructus; Foeniculi dulcis fructus) verwendet. Der typische Fenchelgeruch ist beim Zerreiben deutlich wahrzunehmen und wird durch das in den Früchten enthaltene ätherische Öl verursacht.
Traditionelle Anwendung:
Fenchelöl aus Fenchelsamen wirkt in Zubereitungen bei dyspeptischen Beschwerden wie leichten, krampfartigen Magen- und Darm-Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen, Katarrhen der oberen Luftwege. Als Fenchelhonig bei Katarrhen der oberen Atemwege von Kindern. In der Volksheilkunde wird die Droge neben den genannten Indikationen auch äußerlich bei Augenekzemen, Konjunktivitis und Blepharitis eingesetzt. Auch in der Industrie wird Fenchelöl bzw. daraus gewonnenes trans-Anethol vielfältig genutzt, z.B. in Bonbons, Zahncremes, Seifen, Backwaren, Wurst, Süßwaren und in Likören.
Fenchelfrüchte finden Anwendung dyspeptische Beschwerden wie leichte, krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen, Katarrhe der oberen Luftwege, v.a. als Fenchelsirup oder Fenchelhonig, besonders bei Kleinkindern und Säuglingen sowie zur Schleimlösung in den Atemwegen. In der Volksheilkunde wird die Droge weltweit als Carminativum, Stomachikum und Aromatikum verwendet sowie zur Stimulation der Milchsekretion (Lactagogum), als Expektorans bei Husten und Bronchitis und bei krampfartigen Durchfällen. Im Haushalt dient Fenchel als Gewürz bei der Brot- und Käseherstellung, beim Einmachen von Früchten und Gemüse sowie zur Aromatisierung der Butter. Die Industrie nutzt den Bitterfenchel (Foeniculi amari) in erster Linie zur Gewinnung von Anethol.
Homöopathie:
1. Foeniculum vulgare HAB1 (Foeniculum), die getrockneten, reifen Früchte.
Anwendungsgebiet: unbekannt.
2. Foeniculum vulgare, äthanol. Decoctum HAB1, die getrockneten, reifen Früchte.
Anwendungsgebiet: in der anthroposophischen Therapierichtung.
Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy): Innerlich bei dyspeptischen Beschwerden wie leichte,
krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen; innerlich und äußerlich bei Katarrhen der Luftwege.
Unerwünschte Wirkungen: Es ist kein Risiko selbst bei langdauernder Anwendung bekannt. In Einzelfällen allergische Reaktionen der Haut und Atemwege.
Bereitung eines Teeaufgusses:
1 gehäuften Teelöffel (1,5 – 2,5 g) frisch zerkleinerte Fenchelfrüchte mit ¼ L heißem (nicht kochend!)
Wasser übergießen, 15 Min. ziehen lassen und abseihen. Um die Wirksamkeit zu fördern, sollten Fenchelfrüchte
vor der Teezubereitung zerstoßen oder grob gepulvert werden, damit das ätherische Öl in den Tee gelangen kann.
Mehrmals täglich 1 Tasse Fencheltee warm trinken (auch in Mischungen mit anderen Drogen als Magen-Darm-Tee; Husten- und Bronchialtee).