"[III.74. - Fenchel] - Anethum foeniculum (Umbelliferae) - Fenchel
Das Marathron, das Kraut desselben genossen, hat die Kraft, die Menstruation zu befördern, der Same auch, wenn er getrunken oder mit Gerstenschleim gekocht wird. Die Abkochung des Blütenstengels ist als Trank den Nieren- und Blasenleidenden zuträglich, da sie den Urin treibt. Mit Wein getrunken ist er (der Blütenstengel) ein gutes Mittel gegen Schlangenbisse, auch befördert er die Menstruation. In Fieberzuständen mit kaltem Wasser getrunken beseitigt er das Übelkeitsempfinden und den Brand des Magens. Die Wurzeln, fein gestoßen und mit Honig aufgelegt, heilen den Biß des tollen Hundes. Der ausgepreßte und in der Sonne getrocknete Saft der Stengel und Blätter wird mit Nutzen zu den Augenmitteln, welche für die Schärfe des Gesichtes dienen, verwandt. Für dieselben Zwecke wird auch aus dem noch frischen Samen nebst den Zweigen und Blättern sowie auch aus der Wurzel nach dem ersten Ausschlagen der Saft bereitet. Im abendländischen Iberien scheidet es einen gummiähnlichen Saft ab, wobei die Eingeborenen den mittleren Stengel zur Blütezeit abschneiden und ins Feuer stellen, damit durch die Wärme das Gummi gleichsam ausschwitze und austrete. Dieses ist aber zum Gebrauche für die Augenmittel kräftiger als der Preßsaft."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[III.75. - Hippomarathron]
Das Hippomaratliron [Einige nennen es Marathis, Andere wilden Fenchel, die Ägypter Sampsos, die Propheten Thymarnolion, die Römer Foeniculum erraticum oder equinum, auch Marum, die Gallier Sistrameor] ist wilder Fenchel, groß. Er trägt einen Samen ähnlich dem Kachrys; die Wurzel darunter ist wohlriechend, getrunken heilt sie Harnzwang. Im Zäpfchen eingelegt befördert sie die Menstruation. Der Same und die Wurzel, wenn sie getrunken werden, stellen den Durchfall, helfen gegen den Biß giftiger Tiere, zertrümmern den Stein und vertreiben die Gelbsucht. Die Abkochung der Blätter als Trank befördert die Milchabsonderung und reinigt die Frauen nach der Geburt. Es wird auch noch ein anderes Hippomarathron genannt, mit schmalen, kleinen, länglicher Blättern. Die Frucht ist rund, fast wie Koriander, scharf, wohlriechend, erwärmend. In seiner Kraft steht es dem vorigen gleich, wirkt aber schwächer."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.75. - Fenchel- und Dillwein]
Der Fenchel-, Dill- und Petersilienwein wird auf gleiche Weise bereitet [wie der Selleriewein]. Sie haben dieselbe Wirkung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)