"Faulbaumrinde: Die Droge besteht aus der getrockneten Rinde der Stämme und Zweige von Rhamnus frangula. Die Rinde lässt sich wegen der schwachen Verzweigung des Strauches leicht von Stamm und Ästen abschälen. Sie wird an der Sonne getrocknet und muss dann noch mind. 1 Jahr gelagert werden. Abgelagerte Rinde färbt sich mit Kalkwasser betupft sofort rote.
Faulbaumrinde von jungen Zweigen ist außen glatt und rötlichbraun, ältere Rindenteile sind grau und mit feinen Längsrunzeln bedeckt. Beide sind mit heller gefärbten Lentizellen bedeckt. Die Innenseite ist hellgelb bis dunkelbraun gefärbt. Die Droge ist nahezu geruchlos und von schleimigem, etwas süßlichem und leicht bitterem Geschmack.
Die geschnittene Droge wird als Infus angewendet. Sie ist häufiger Bestandteil von industriell hergestellten Teespezialitäten. Trockenextrakte werden zu Instant-Tees verarbeitet, Spissum- und Trockenextrakte sind Bestandteil von Kombinationspräparaten, die meist in Dragee oder Tablettenform, seltener in Tropfenform angeboten werden."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)