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"[II.215. - Waid] - Isatis tinctoria (Cruciferae) - Waid
Der Waid [der gebaute. Einige nennen ihn Augion, Andere Egne, die Propheten Arusion, die Römer Ruta], welchen die Färber gebrauchen, hat ein Blatt wie der Wegerich, aber fetter und auch dunkler, und einen aber einen über eine Elle hohen Stengel. Die Blätter vermögen als Umschlag jedes Ödem und Geschwür zu zerteilen, blutige Wunden zu verkleben, Blutflüsse zu stellen, fressende und kriechende Geschwüre sowie roseartige Entzündungen und faulige Geschwüre zu heilen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[II.216. - Wilder Waid]
Der wilde Waid [Einige nennen ihn kleine Egne, die Römer Ruta minor] ist dem vorigen ähnlich, hat grössere, dem Lattich ähnelnde Blätter, aber zartere, vielzweigige, röthliche Stengel, welche an der Spitze eine Art zungenförmiger herabhängender Säckchen in grosser Anzahl haben, in denen der Same sich befindet. Die Blüthe ist hochgelb, zart. Er wirkt gegen dasselbe, wie der vorige, hilft auch innerlich und äusserlich angewandt den Milzkranken.
[Es muss bemerkt werden, dass die Angaben aber den Waid fehlerhaft sind; denn auch der gebaute hat eine hochgelbe Blüthe, zartere und vielzweigige Stengel und auch an der Spitze die zungenförmigen Säckchen, in denen der Same sich befindet. Von diesen wird der Same eingeschlossen, schwarz, gleich dem Melanthion. Ferner hat er einen über zwei Ellen hohen, nicht aber einen über eine Elle hohen Stengel. Der wilde Waid treibt dunklere Blätter als dieser, einen kleineren und dickeren Stengel, eine purpurfarbige oder blaue Blüthe und eine kreuzförmige rauhe Frucht, in welcher der Same durch fünf Gleiche kleine Blättchen gewissermassen auseinander gehalten wird.]"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)