"Eucalyptus resinifera
"White, der 1790 die erste Nachricht von diesem Baume giebt, sagt, dass man Einschnitte in die Rinde des Stammes mache, wodurch man eine große Menge Saft gewinne, die von einem einzigen Baume oft mehr als 60 Gallons betrage. Wenn dieser Saft eingetrocknet sey, bekomme man ein sehr wirksames adstringirendes Gummiharz von rother Farbe, sehr ähnlich dem, welches man in den Läden unter dem Namen Kino kenne, und welches auch eben so kräftig und wirksam bey seiner Anwendung als Arzneymittel sich zeige. Ja, er behandelte eine große Anzahl von Kranken, die an der Ruhr litten, und es kam ihm kein Fall vor, wo die von ihm erwartete Wirkung des Mittels fehl geschlagen wäre. Er sagt ferner, dieses Gummiharz löse sich fast vollkommen in Weingeist auf, mit welchem es eine blutrothe Tinctur gebe. Wasser löse nur den sechsten Theil davon auf, und diese Auflösung sey von einer dunkeln Farbe. Beide Auflösungen seyen sehr adstringirend. ...
Es kann immer seyn, dass, nachdem White 1790 jene Nachricht gegeben hatte, bey dem gänzlichen Mangel an echtem Kino, dieser Saft als Stellvertreter für Kino in England durch Handelsspeculation eingeführt worden ist; ...
Das Kino aus Neu- Holland oder Botany Bay ist geruchlos, schmeckt bitterlich und herber als das afrikanische. Es kommt in großen, spröden Stücken vor, von chocoladenbrauner , nicht immer, gleicher Farbe und glasigem Bruche. Zerrieben, geben diese Stücke ein braunes Pulver. Wasser löst bey 60 Graden ungefähr die größere Hälfte auf, und der Aufguss ist braun und durchsichtig. Alkohol löst mehr als zwey Drittheil auf, die Tinctur ist aber nicht so tiefbraun wie die des afrikanischen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)