Esche, Fraxinus, Gattung der Ölbaumgewächse, die mit ca. 65 Arten vorwiegend in den gemäßigten Gebieten der nördlichen Halbkugel beheimatet ist. Laubwerfende Bäume mit gegenständigen, meist unpaarig gefiederten Laubblättern und unscheinbaren Blüten. Die Frucht ist eine einsamige, geflügelte Nuß (Flügelnuß; Flügelfrüchte, Fruchtformen).
Fraxinus excelsior, die in ganz Mitteleuropa heimische Gemeine Esche, ist ein bis 40 m hoher Baum mit kegelig-eirunder Krone und vor dem Laubaustrieb erscheinenden, kelch- und kronblattlosen, dunkelpurpurnen Blüten in reichblütigen, endständigen Rispen. Er wächst verbreitet bis bestandsbildend in Auen- und krautreichen Laubmischwäldern und wird, in zahlreichen Sorten, auch als Ziergehölz in Gärten oder Parks kultiviert. Sein ziemlich hartes, festes, elastisches Holz ist lang- und feinfaserig und besitzt einen gelblich- oder rötlich-weißen Splint sowie einen zuletzt hellbraunen Kern (Dichte: durchschnittlich 0,75 g/cm3); es gilt als wertvolles Werk-, Möbel- und Furnierholz. Eschenlaub wurde früher verfüttert. Laubblätter, Samen, Rinde und Holz der Esche dienten in der Volksheilkunde auch zur Herstellung von Arzneimitteln gegen eine Vielzahl verschiedener Leiden.
Am bekanntesten ist das Esche-Manna, der in der Medizin als Abführmittel angewandte, hauptsächlich aus Mannit bestehende Blutungssaft der Manna-Esche (Fraxinus ornus). Der in Südeuropa und Kleinasien wachsende Baum zeichnet sich vor allem durch seine in Rispen angeordneten, duftenden, weißen Blüten aus („Blumen-Esche“).
Im östlichen Nordamerika heimisch ist die bei uns bisweilen forstlich eingebrachte oder als Zierbaum angepflanzte Weiß-Esche (Fraxinus americana). Sie wird bis 30 m hoch, besitzt eine hohe, schmale Krone und liefert ein wertvolles Nutzholz.