"[II.184. - Kardamom]
Kardamom [Einige nennen es Kynokardamon, Andere Iberis, Kardaminaka, die Ägypter Semeth, die Römer Nasturtium]. Das beste scheint das babylonische zu sein. Der Same von jedem aber ist erwärmend, scharf, dem Magen zuwider, er regt den Bauch auf und treibt die Würmer ab, verkleinert die Milz, tötet die Leibesfrucht, befördert die Menstruation, reizt zum Beischlaf, er gleicht dem Senf und der Rauke; er vertreibt Aussatz und Flechten. Mit Honig als Kataplasma vermindert er die Milz, bringt bösartigen Grind weg und führt, im Schlürftrank gekocht, den Schleim aus der Brust. Genossen ist er ein Mittel gegen Schlangen(-Biss), als Räucherung angezündet verscheucht er die Schlangen. Er verhindert ferner den Ausfall der Haare und reißt die Karbunkeln durch Eiterbildung auf. Mit Essig und Grütze umgeschlagen hilft er den an Ischias Leidenden, zerteilt Ödeme und Geschwürsbildungen und bringt mit Salzlake aufgelegt, Furunkeln zur Vereiterung. Und das Kraut leistet dasselbe, es hat allerdings geringere Kraft."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)