Erle, Alnus, Gattung der Birkengewächse mit ca. 30 Arten auf der nördlichen Halbkugel, mit Ausnahme von Alnus jorulensis in den Anden. Typisch für die Erle sind die weibl. ca. 1 cm großen verholzten Fruchtzapfen und grauschwarze rissige Borke. Die Symbiose mit Luftstickstoff-bindenden Bakterien (Actinomyces alni) macht den Chlorophyllabbau im Herbst überflüssig: grünes Fallaub (Anthocyane, Herbstfärbung).
Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa [latein. glutinosus = klebrig]), ein bis 25 m hoher Baum mit subatlantischer Verbreitung, hat klebrige Knospen und Zweige und stumpf ausgerandete gesägte Blätter; sie wächst auf feuchten silicatischen Böden bachbegleitend, in Auenwäldern (Stellario-Alnetum glutinosae) und Bruchwäldern (Alnetea glutinosae).
Die Grau-Erle (Alnus incana) hat spitze, doppelt gesägte, unterseits graufilzige Blätter, wird bis 25 m hoch und 50 Jahre alt; sie kommt in Auenwäldern und entlang der Gebirgsflüsse bis 1400 m vor; Charakterart des Alnetum incanae. Beide genannten Arten legen die Blüten im Vorjahr an, haben schwarze Zapfen mit ungeflügelten Samen und gesägte Primärblätter. Das rötliche zerstreutporige Erlenholz (Holz, Weichholz) ist leicht (Dichte 0,53 g/cm3), wenig elastisch, aber widerstandsfähig gegen Wasser: u.a. Verwendung für Grubenbauten; wichtiges Drechsel- und Furnierholz.
Die Grün-Erle (Alnus viridis) ist ein kalkliebender Strauch mit doppelt gesägten Blättern, Blüten an diesjährigen Zweigen und braunen Zapfen mit breit geflügelten Samen; sie kommt als Pionierpflanze auf Böschungen, in Vorwaldgesellschaften und bestandsbildend im subalpinen Knieholz bis 2100 m vor; Charakterart des Alnetum viridis (Betulo-Adenostyletea).