Alnus glutinosa
"Im mittlern und nördlichen Europa giebt es nur noch eine Art dieser Gattung. Diese ist Alnus incana
Willd. (Betula Alnus s. incana Linn.). Sie hat einen schöneren glatteren Stamm, der sich von den immer
spitzwinkliger angesetzten Aesten weniger reinigt, und unterscheidet sich dadurch, so wie auch durch die oval -eirunden,
spitzigen, nicht klebrigen, unterhalb weichhaarigen Blätter hinreichend von der Kleberle.
Geiger fand in der Rinde eisengrünenden und in den Blättern eisenbläuenden Gerbestoff.
Die von der Kleberle abgeleiteten Arzneistoffe sind ganz veraltet. Man gebrauchte sonst Blätter und
Rinde (Folia et Cortex Betulae Alni) als adstringirende Mittel sowohl frisch als auch getrocknet und zwar
meist nur äußerlich, um alte Geschwüre zum heilen zu bringen, kalte Geschwülste zu zertheilen, Lähmungen zu
heben, unterdrückte Fußschweiße wieder hervorzurufen.
Hier und da werden im Volke noch die Blätter frisch zerquetscht und warm aufgelegt zum Zertheilen
stockender Milch in den Brüsten. ...
Das Holz ist immer entschieden bräunlich oder röthlichbraun,
besonders der Kern. Die Jahrringe sind meist sehr breit. Härte, Festigkeit, Zähigkeit und Elasticität sind
mittelmäßig. Die Leichtspaltigkeit erklärt sich aus der Größe der Markstrahlen. Dauer in freier Luft schlecht, im
Wasser vorzüglich, lässt sich auch gut und eben bearbeiten"
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)