"[IV.9. - Felsensymphyton] - Coris monspeliensis (Primulaceae) - Violette Erdkiefer
Das Felsensymphyton wächst auf Felsen. Es entwickelt dem Dosten ähnliche Zweige, zarte Blätter und Köpfchen wie Thyiman. Die ganze Pflanze ist holzig und wohlriechend, hat süssen Geschmack und befördert die Speichelabsonderung. Es hat eine grosse, röthliche, etwa fingerdicke Wurzel. Mit Honigmeth gekocht und getrunken räumt es die Unreinigkeiten aus der Lunge weg, auch wird es bei Blutauswurf und Nierenleiden mit Wasser gegeben. Mit Wein gekocht wird es gegen Dysenterie und den rothen Fluss der Frauen getrunken, mit Sauerhonig aber gegen Krämpfe und innere Rupturen; gekaut löscht es den Durst. Ferner ist es ein gutes Mittel bei Rauheit der Luftröhre. Im Umschlag verklebt es frische Wunden und verschliesst Darmbrüche. Endlich bindet es das Fleisch zur Gallerte, wenn es damit gekocht wird."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)