Synonyme: Asterias lutea, Swertia lutea
Historisches: Die medizinische Verwendung der Enzianwurzel als Bittermittel geht bis in die römische Kaiserzeit zurück. Im 15. Jh. wurde die Wurzel als Quellstift zur Erweiterung von Wundkanälen gebraucht und erst im 19. Jh. durch die stärker quellenden Laminariastifte verdrängt. Wie andere bitteren Drogen galt Enzian früher als Fiebermittel. Nach Dioskurides soll der Gattungsname nach dem illyrischen König Gentis benannt worden sein, der sie als Mittel gegen Pest empfohlen haben soll. Die verschiedenen Artnamen der Gattung weisen meist auf äußere Besonderheiten hin, z.B. asclepiadea (Asclepias-ähnlich) oder lutea (gelbblühend). Ausführlich beschrieben und empfohlen, bes. bei Magen- und Leberleiden, wird der Enzian von Dioskurides und Plinius, wobei Plinius berichtet, daß der beste Enzian in Illyrien wächst. Es kann als sicher angenommen werden, daß es sich um den gelben Enzian gehandelt hat. Galen empfahl ihn besonders als Mittel gegen Gicht. Auch die Kräuterbücher des Mittelalters widmen dem Enzian breiten Raum und empfehlen ihn geradezu als Universalmittel, wobei allerdings die Meinung, daß bittere Arznei prinzipiell besonders wirksam sei, einst weit verbreitet war.
Droge: Gentianae radix (syn. Radix Gentianae); Enzianwurzel (syn. Bitterwurzel, Fieberwurzel, Hochwurzel), die getrockneten, unterirdischen Organe der Pflanze;
Inhaltstoffe: Bitterstoffe (Gentianaceenbitterstoffe), Kohlenhydrate (30-55 %, v.a. Glucose, Fructose, Saccharose, Gentiobiose, Gentianose, 3-11 % Pektine), Xanthone (u.a. Gentisin, Isogentisin, Methylgentisin, Gentisein, Gentiosid) vgl. Formel, wenig äther. Öl.