Verwendet werden die Blätter (Angelicae folium), Früchte (Angelicae fructus) und die getrockneten unterirdischen Teile, bestehend aus dem Wurzelstock und den Wurzeln (Angelikawurzel - Angelici radix).

Traditionelle Anwendung:
Angelikablätter werden volkstümlich bei Verdauungsschwäche sowie Brustfellentzündung in Form von Kompressen angewendet.
Engelwurzsamen wirken bei Verdauungsstörungen, Nieren- und rheumatischen Beschwerden. Industrielle Nutzung zur Gewinnung des äther. Öls. Früher wurde das Fruchtöl mißbräuchlich als Abortivum verwendet, heutzutage in der Kosmetik als Duftstoff sowie in der Genußmittelindustrie (Benediktiner, Chartreuse und Gin).
Die Wurzel wirkt bei Appetitlosigkeit, als Carminativum bei Völlegefühl, Blähungen und leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden (z.B. unzureichender Magensaftsekretion). Die Droge und daraus hergestellte Extrakte sind Bestandteil zahlreicher Fertigarzneimittel.
Das aus der Wurzel durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl wird in der Kosmetik als Duftstoff, Zusatz zu Mundwässern sowie zur Likörbereitung verwendet.

Homöopathie:
Angelica archangelica, äthanol. Decoctum. HAB1 (syn. Archangelica äthanol. Decoctum HAB1), die frische Wurzel.
Angelica archangelica var. archangelica spag. Zimpel HAB1 (syn. Angelica archangelica spag. Zimpel), die ganze, frische, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiet: in der anthroposophischen Therapie.

Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy ): dyspeptische Beschwerden wie leichte Bauchkrämpfe, verzögerte Verdauung, Blähungen und Völlegefühl; Appetitlosigkeit, Magersucht, Bronchitis.
Erfahrungsmedizin: Als Expektorans, Diuretikum, Emmenagogum und bei nervöser Schlaflosigkeit.
Unerwünschte Wirkungen: Furanocumarine werden gut resorbiert und zum Teil in der Haut abgelagert, wodurch sie Photodermatosen verursachen können. Deshalb soll während der Dauer der Anwendung auf längere Sonnenbäder und intensive UV-Bestrahlung verzichtet werden.

Bereitung eines Teeaufgusses:
1,5 g fein geschnittene oder grob pulverisierte Angelikawurzel mit ca. 150 mL kochendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Min. abseihen; mit kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen ist auch möglich.
2 bis 3 mal täglich eine Tasse Angelikawurzeltee trinken; zur Appetitanregung soll der Tee jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten, bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten getrunken werden. Tagesdosis 4,5 g