"Eisenkraut: Darunter versteht man die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten Blätter und oberen Stängelabschnitte von Verbena officinalis. Der Geruch der Pflanze ist kaum wahrnehmbar, sie hat einen bitter-herben Geschmack.
Verbenalin soll nach Transport in die tieferen Darmabschnitte in D-Glucose und Verbenalol gespalten werden, welches über einen noch unbekannten Mechanismus laxierende Eigenschaften entfaltet. Ein Teil des Verbenalins scheint in den Blutkreislauf zu gelangen; es liegen Angaben vor, wonach Eisenkrautextrakte beim Menschen synergistische Effekte zu Prostaglandin aufweisen. Diese Wirkungen erinnern an die Ricinolsäure.
Anwendung findet Eisenkrauttee als Emmenagogum bei unregelmäßiger Menstruation und bei funktioneller Amenorrhö."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)