"[IV.61. - Zurückgebogenes Peristereon] - Verbena officinalis (Verbenaceae) - Gebräuchliches Eisenkraut
Das zurückgebogene Peristereon - Einige nennen es Hierabotane, Andere
Erigenion, Chamailykos, Sideritis, Kuritis, Persephonion, Zeusrohr, Dichromon, Kallesis, Hipparison, Demetrias [die Aegypter Pemphthemphtha,
Pythagoras Erysiskeptron, die Römer Cincinnalis] entwickelt ellenlange
oder auch grössere kantige Zweige, welche in Abständen die denen der Eiche
ähnlichen Blätter stehen, nur dass sie schmaler und kleiner, am Rande ein
geschnitten und etwas bläulich sind.Es hat eine längliche dünne Wurzel,
rothe, zarte Blüthen. Seine Blätter und Wurzel, mit Wein getrunken und
auch als Umschlag, sind wirksam gegen Schlangen(bisse). Bei Gelbsucht
werden die Blätter zu 1 Dachme mit 3 Obolen Weihrauch in 1 Kotyle alten,
warmen Weins nüchtern vier Tage hindurch getrunken. Langwierige Oedeme
und Entzündungen heilen sie als Umschlag, reinigen auch schmutzige Geschwüre. Die ganze Pflanze mit Wein gekocht reisst den Schorf auf
Mandelgeschwüren ringsum auf und heilt als Gurgelmittel fressende Geschwüre im Munde. Es heisst, dass, wenn ein Aufguss davon im Speisezimmer herumgesprengt wird, die Gäste vergnügter werden. Den am dreitägigen Fieber Leidenden wird von der Erde an der dritte Knoten mit
den daran stehenden Blättern zu trinken gegeben, den am viertägigen
Fieber Leidenden der vierte. Man nennt diese Pflanze die heilige, weil
sie bei den Sühneopfern als Amulett sehr im Gebrauch ist."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)