"Vierblättrige Einbeere, Wolfsbeere, Parisbeere, Schweinsauge, Sauauge, Einbeerkraut,
Pariskraut, Sternkraut.
Wächst in ganz Deutschland und den übrigen Ländern Europens in schattigen Wäldern.
Blühet im May und Junius.
In ältern Zeiten wurden von diesem Gewächse Wurzel, Kraut und Beeren, Radix, Herba
et Baccae Paridis, in den Apotheken aufbewahrt.
Die Wurzel, wenn man doppelt so viel von ihr nehmen läßt, wie man von der Ipecacuanha
zu geben pflegt, erregt Brechen, was schon Linne in seiner Flora Lapponica bemerkte
und hernach durch Coste und Willemet bestätigt
wurde, indem diese nach fünf und dreyßig bis vierzig Gran nur ein mäßiges Erbrechen erfolgen
sahen. Das Kraut wirkt nach Bergius der sich desselben bey einem Knaben wider
den Stickhusten mit einigen Nutzen bediente als ein gelindes abführendes Mittel. Auch kam
es mit zu dem sogenannten sächsischen Gegengifte, Antidotus saxonica, welches gegen
die Pest sehr berühmt war. Die Beere dieses Gewächses ist giftig. Sie tödtet Thiere und verursacht
bey Menschen Magenweh und Erbrechen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)