Mistelgewächse, Riemenblumengewächse, Loranthaceae, insbesondere in den Tropen, aber auch in den Subtropen und Teilen der gemäßigte Zone verbreitete Familie der Sandelholzartigen mit 70 Gattungen und ca. 940 Arten. Meist immergrüne, (halb-)strauchige Pflanzen mit ledrigen, gegenständigen Blättern und überwiegend radiären, staminokarpellaten oder eingeschlechtigen Blüten. Diese mit becherförmiger Blütenachse und 4–6 unscheinbaren oder kronblattähnlichen Blütenhüllblättern, einer gleichen Anzahl von Staubblättern sowie einem ungefächerten Fruchtknoten, aus dem sich eine Scheinbeere oder -steinfrucht entwickelt, deren Samen von einer klebrigen Schicht umgeben ist. Mistelgewächse sind meist Hemiparasiten, die sich auf den Zweigen von Gehölzen ansiedeln. Häufig entsteht aus ihrem Hypokotyl eine Haftscheibe (Haftorgane), aus der Senker in das Gewebe der Wirtspflanze eindringen (Rindenwurzeln). Sie dienen der Verankerung und zapfen das Leitgewebe des Wirts an, um diesem Wasser und Mineralsalze zu entziehen. Die Gattung Loranthus (500 Arten) ist bei uns mit der in Mitteleuropa seltenen, hauptsächlich von Südosteuropa bis Kleinasien verbreiteten Europäischen Riemenblume (Eichenmistel, Loranthus europaeus) vertreten, die auf Eichen in wärmeliebenden Eichenmischwäldern wächst und ihr dunkelgrünes Laub im Herbst abwirft.