"Eichenrinde: Eichenrinde stammt von den beiden bei uns heimischen ARten ab, von Quercus robur und Q. petraea. Die Droge besteht aus der Rinde der jüngeren Äste, Zweige und Stockausschläge. Die Ernte der Eichenrinde erfolgt im zeitigen Frühjahr, da sie zu diesem Zeitpunkt den höchsten Gehalt an wasserlöslichen Gerbstoffen aufweist, und da sie sich überdies dann am leichtesten vom Holzkörper ablöst.
Die Droge riecht im angefeuchteten Zustand schwach, aber charakteristisch. Sie schmeckt stark zusammenziehend und schwach bitter. Sie enthält - abhängig vom Erntezeitpunkt und vom Alter der Zweige - wechselnde Mengen (8-20 %) Gerbstoffe. Deren chemische Zusammensetzung ist nicht berfriedigend untersucht.
Eichenrinde verwendet man als 10-20%iges Dekokt für Umschläge und als Badezusatz. Dazu die feingeschnittene und pulverisierte Rinde in kaltem Wasser ansetzen, einige Stunden stehen lassen, dann erhitzen und 1/2 Stunde am Sieden halten /verdampfendes Wasser ersetzen), Abseihen und dem Badewasser beigeben. Vorsicht: benutztes Geschirr, Badewanne und Wäsche können fleckig werden.
Anwendungsgebiete: Hauteinrisse, Frostbeulen, übermäßige Schweißabsonderung, Krampfadern, Hämorrhoiden, Fluor albus."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)