"Sollte Jemand sich wundern , die Eiche unter den
Nahrungsmitteln anzutreffen , so darf man nur erinnern,
dass das alte Hellas zwar auch die gemeine Eiche, aber
auch noch mehrere andere Arten besitzt, deren Früchte
sehr wohlschmeckend sind; ob aber die Griechen , wie
einst unsere teutschen Vorfahren , auch die gemeine
Eichel aßen , wollen wir andern zur Untersuchung
überlassen.
In den hippokratischen Büchern werden dreierlei
essbare Eichelfrüchte genannt, und von ihnen sämtlich gesagt, dass sie roh
und geröstet, den Stuhlgang verstopften , gekocht aber
weniger. Der griechische Ausdruck wird von der Frucht
aller Eichen ohne Unterschied gebraucht, daher nicht
Wohl eine einzelne Art dafür genannt werden kann,
wenn man nicht, wie Einige wollen diesen Ausdruck
speciell auf die Speise-Eiche bezieht. Es gibt in Griechenland wirklich drei
Eichenarten gibt, deren Früchte essbar sind, nemlich
Quercus Esculus L. Quercus Ilex variet. Smilax und
Quercus Ballota Desfont.
Wenn die alten griechischen Schriftsteller das
griechische Wort gebrauchen , so ist in der Regel die Speise-
Eiche darunter verstanden, auf die wir auch das folgende
beziehen müssen : es werden nemlich die Blätter
als Cataplas zu gebrauchen, bei Entzündungen empfohlen, auch sollen sie, mit Oehl und Harz, zum Räuchern
bei Hysterie gebraucht werden.
Die Wurzel der Steineiche mit Wein und Oehlhefe
zu Salbe gekocht wendete man zur Heilung der
Geschwüre an , ferner bei Verbrennungen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)