"Eibischwurzel: Eibischwurzel besteht aus den getrockneten, ungeschälten oder geschälten Wurzeln von Althaea officinalis. Die Stammpflanze ist eine mehrjährige 100-150 cm hoch werdende Staude, die in Europa an feuchten, salzhaltigen Standorten (Küstennähe) gut gedeiht.
Zur Drogenernte werden die Wurzeln im Spätherbst gegraben, gut gesäubert, jedoch nicht gewaschen. Sofern geschälte Droge gewonnen werden soll, müssen die Wurzeln in noch frischem Zustand von der äußeren Rindenschicht befreit werden. Dicke Wurzeln werden, um das Trocknen zu erleichtern, der Länge nach gespalten. Das Trocknen soll möglichst kurz nach der Ernte und bei leicht erhöhter temperatur (~40°C) erfolgen, da sonst die Ware gelblich oder grau verfärbt wird. Die Droge hat einen schwachen, eigenartigen Geruch, darf aber nicht muffig riechen. Der Geschmack ist schleimig, etwas süßlich. Die Droge darf nicht säuerlich riechen oder schmecken, was auf eine Fermentation des Schleims infolge feuchter Aufbewahrung und/oder Überalterung der Droge schließen lässt.
Der Schleimgehalt ist stark saisonabhängig, die höchsten Mengen werden im Spätherbst (November) erreicht. Weitere Inhaltsstoffe sind Polysaccharide, wie Stärke, Rohrzucker und Invertzucker.
Anwendung: Eibischwurzel wirkt beruhigend bei Reizhusten, vorzugsweise im Initialstadium einer Erkältung. Anwendungsformen: Kaltmazerat im Verhältnis 1:10. Als Heißwasserauszug: etwa 1 TL pro Tasse, es wird neben den Schleimstoffen auch Stärke herausgelöst, wodurch die Viskosität erhöht wird, Als Eibischsirup: Er besteht im Wesentlichen aus einer Mischung eines Mazerats mit Zuckersirup und ist in der Kinderpraxis beliebt. Als Lutschbonbons ähnlich wie arabisches Gummi."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)