Eibe w, Taxus, wichtigste Gattung der Eibengewächse mit 7–10 Arten in den ozeanisch geprägten Gebieten der gemäßigten-subtropischen Zone der Nordhemisphäre. Die Gattung zeigt die für die Eibengewächse typischen Merkmale, besitzt diözisch verteilte, einzeln stehende Blüten und einen den Samen becherförmig umschließenden, leuchtend roten fleischigen Arillus, der vor allem von Vögeln gefressen wird (Endozoochorie!). Entsprechend dieser Funktion bleibt der Arillus frei von dem in allen anderen Pflanzenteilen vorkommenden giftigen Alkaloidgemisch Taxin, das lähmend auf Herz und Zentralnervensystem wirkt. Darüber hinaus enthält die Eibe auch Ecdysteron (=20-Hydroxyecdyson); ob diesem Häutungshormon eine Bedeutung als Schutz gegen Insektenfraß zukommt, gilt als nicht geklärt.
In Europa heimisch ist nur die Gemeine Eibe (Taxus baccata). Es sind immergrüne, extrem langsamwüchsige, dafür aber ausschlagkräftige Bäume (bis 15 m hoch) oder Sträucher, die im Alter mächtige, innen oft hohle Scheinstämme bilden (entstanden durch Verwachsung mehrerer Einzelstämme); die stachelspitzigen Nadelblätter stehen schraubig, sind aber oft zweizeilig ausgebreitet. Infolge der Scheinstamm-Bildung wurde das Alter der Bäume früher oft überschätzt; vermutlich erreicht die Gemeine Eibe "nur" ein Alter von 650–700 Jahren. In dem offenbar durch ihre Frostempfindlichkeit begrenzten Areal, das Europa, Nordafrika und Kleinasien bis zu den Karpaten umfaßt, kommt die Art sehr zerstreut in wintermilden, feuchten Lagen von der Ebene bis in die montane Stufe vor allem im Unterstand von Laubwäldern und an Steilhängen vor; sie bevorzugt frische carbonathaltige Böden und ist in Silicatgebirgen (z. B. Schwarzwald) entsprechend selten oder fehlt ganz. Die Gemeine Eibe repräsentiert vermutlich ein Relikt der arktotertiären Flora und ist im Quartär bereits in den älteren Warmzeiten nachweisbar. Torffunde und alte Ortsnamen (z. B. Eibenschütz, Ibental) belegen, daß sie in Mitteleuropa auch in geschichtlicher Zeit noch wesentlich häufiger war. Als Folge des bis ins 19. Jahrhundert anhaltenden Raubbaues zur Gewinnung des begehrten Holzes und durch die sich ändernde Waldwirtschaft (Übergang vom Mittelwald- zum Hochwald-Betrieb mit Förderung der raschwüchsigen Arten) sind aber heute natürliche Vorkommen sehr selten. Größere Bestände der in der Bundesrepublik Deutschland geschützten Art existieren noch an einigen Stellen in den nördlichen Voralpen (z. B. Paterzell/Oberbayern) und im Erzgebirge. Das sehr dauerhafte, harte und elastische Holz der Gemeinen Eibe wird seit vorgeschichtlicher Zeit vom Menschen genutzt; es ist eines der dichtesten der mitteleuropäischen Hölzer (Dichte = 0,64 g/cm3). Heute dient das gelb-braun-rote, mit der Zeit nachdunkelnde Eibenholz ("Deutsches Ebenholz") zur Herstellung von Luxusgegenständen, Furnieren und Schnitzwerk. Ferner wird Taxus baccata als beliebtes Ziergehölz in über 80 Gartenformen kultiviert.