"Artemisia abrotanum
"Dieser Strauch ist gegen unsre Winter etwas empfindlich, indem seine jungem Äste gewöhnlich
erfrieren, wenn gleich der Stamm mit den ältern Ästen und die Wurzel nicht eingehen. Wegen
des angenehmen, citronenartigen Geruchs seiner Blätter findet man ihn in mehreren Gärten.
Sowohl die Blätter als auch die ohern blühenden Spitzen der jungen Zweige, Folia Herba et
Summitates Abrotani,
sind im Arzneyvorrath bekannt geworden. ...
Der Geschmack dieses Krautes ist bitter, und es liegt also, wie bey den meisten
Arten der Gattung Artemisia, das Vorwaltende der Bestandtheile in dem ätherischen öhle und in
dem bittern , harzigen Extractivstoff, und eben deshalb kann es auch als magenstärkendes und wurmtreibendes
Mittel gegeben werden, so wie es auch als schweiß- und blähungtreibend empfohlen
worden ist."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)