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"[III.26. - Abrotonon] - Artemisia arborescens (Compositae) - Beifussbäumchen, Artemisia abrotanum (Compositae) - Zarter Beifuss
Das Abrotonon [Einige nennen es Abutonon, Absinthion, Herakleion, Cholopoion, Theluphthorion, Absinthiomenon, Prokampylon, die Propheten Nerven des Phönix, auch Kynachites, die Römer Absithium ponticum, Andere auch Thelythammon, auch hübsche Neigung], eine Art desselben ist weiblich, ein baumartiger, weißlicher Strauch mit zart eingeschnittenen Blättern rings um die Zweige; an der Spitze trägt er eine Art goldfarbigen Schirm, voll von Blüten, der im Sommer sich bildet und einen etwas scharfen Wohlgeruch und bitteren Geschmack hat. Dieses scheint der sicilische zu sein. Die andere Art wird die männliche genannt, sie ist strauchig und hat dünne Zweige wie Wermut. Sie wächst am meisten in Kappadokien und im asiatischen Galatien und bei Hieropolis in der Nähe von Syrien. Wird der Same von diesem (Abrotonon) gekocht, auch roh mit Wasser zerrieben, getrunken, so hilft er gegen Orthopnöe, innere Rupturen, Krämpfe, Ischias, Harnverhaltung und Zurückbleiben der Menstruation. Er ist, mit Wein getrunken, auch ein Gegengift gegen tödliche Gifte. Mit Öl gibt er eine Salbe gegen Frostschauer. Als Lagerstreu und als Räucherung angezündet verscheucht er die Schlangen, mit Wein genommen hilft er auch gegen ihre Bisse. Besonders ist er von guter Wirkung gegen Spinnen- und Skorpionstiche; ist auch ein Heilmittel bei Augenentzündungen, wenn er mit gekochten Quitten oder mit Brod aufgelegt wird. Mit rohem feinem Gerstenschrot gekocht zerteilt er Geschwülste, wird auch bei der Bereitung des Irisöls zugesetzt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)